Finanzbranche bereit für die Zukunft – wie weit ist | NTT DATA

Dienstag, 26. Nov 2019

Finanzbranche bereit für die Zukunft – wie weit ist der digitale Reifegrad von Versicherungen und Financial Services?

Die Digitalisierung ist heute Teil unseres Lebens und jeden Tag erobern neue Erkenntnisse oder Technologien unsere Welt. Sie ist längst nicht mehr nur Teil des IT-Umfelds, sondern dringt durch Internet, Zeitungen sowie Fernsehen und Radio zu jedem einzelnen Menschen. Alles wird „digital“ und jeder sollte mitziehen – gerade die Unternehmen. Wie sieht es bei Versicherungen oder Financial Services Unternehmen aus?

Die klassischen Branchen Versicherungen und Financial Services befinden sich heute extrem im Umbruch. Wir finden beispielsweise fast täglich neue Werbebanner von digitalen Banken, die ein kostenfreies Bankkonto mit nur wenigen Mausklicks versprechen. Auch Versicherer bieten zunehmend an, dass die Schadensregulierung einfach online funktioniert. Aber ist das noch modern und digital vorn –  oder in der heutigen Zeit einfach nur der normale Standard? Transformieren Sie schon oder planen Sie noch?

Der digitale Wandel darf nicht unterschätzt werden und trägt einen erheblichen Anteil am zukünftigen Erfolg von Unternehmen.


Bei dieser Aussage sind sich viele Leute einig. NTT DATA und IDC (International Data Corporation) befragten kürzlich über 1.000 Finanzdienstleister und Versicherungen zu ihrem Reifegrad hinsichtlich der digitalen Transformation, einschließlich Banken, Capital Markets und Versicherungen. Die Ergebnisse haben wir in einer Studie veröffentlicht. Der Fokus lag auf der Befragung von Angestellten (vom Chief Digital Officer zum Sales-Manager) mit der Kernfrage, ob das eigene Unternehmen bei der Digitalisierung gut aufgestellt ist. 63 % der Befragten sehen ihren Arbeitgeber zwar nicht perfekt an die digitale Welt angepasst, aber dennoch auf einem guten Weg dorthin.

Digitalisierung der Finanzbranche

Bei den Ansätzen der Unternehmen überwiegt der Wandel der gesamten Organisation. Circa 84 Prozent der Befragten thematisieren so die Digitalisierung im gesamten Unternehmen über alle Hierarchiestufen hinweg, weil sie IT als Treiber des Wettbewerbsvorteils sehen. Zwei Themengebiete stechen dabei besonders hervor: Über 70 Prozent der befragten Unternehmen setzen auf das Thema Big Data und Analytics und über 65 Prozent auf Tools und Plattformen zur virtuellen Zusammenarbeit, sowie digitale Assistenten. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Unternehmen in Japan, den USA oder Europa sitzt.

„Eine digitale Geschäftsplattform wird es Unternehmen ermöglichen, verschiedene Business-Modelle in einem einzigen technischen System abzubilden, ohne jahrzehnte alte Kernsysteme ersetzen zu müssen.“ – Dieter Loewe, Geschäftsführer und Chief Client Officer bei NTT DATA Deutschland.



Aber warum setzen die meisten Unternehmen im Bereich Insurance und Financial Services vermehrt auf Daten und die dadurch entstehenden Analysemöglichkeiten? Die logische Schlussfolgerung ist: die Unternehmen möchten damit neue Erkenntnisse und daraus wiederum neue Kunden gewinnen. Data Analytics verbessert auch die individuelle Pflege von bisherigen Geschäftsverhältnissen. 66 Prozent (Insurance) beziehungsweise 61 Prozent (Banking) der Unternehmen setzen vermehrt auf Targeting und wollen die Bedürfnisse der Verbraucher besser verstehen. Die digitale Transformation soll zudem bei der Verbesserung des eigenen Risikomanagements (51 Prozent bei Banking vs. 60 Prozent bei Versicherungen) und der Optimierung von Geschäftsprozessen helfen.

NTT DATA erkannte das Potenzial in diesem aufsteigenden Geschäftsfeld schon frühzeitig und unterstützt bereits heute vermehrt Versicherungen beim digitalen Wandel. Gemeinsam mit einer Rückversicherung entwickeln wir unter anderem aktuell mehrere Applikationen, welche eine digitale Kartendarstellung und Auswertung von Schäden und Katastrophen ermöglichen. Versicherungen können dann eine derartige App (ev. gegen Lizenzgebühren) nutzen und ihre Tarife anhand vergangener Events und Auswertungen anpassen oder an bestimmten Orten nur noch spezifische Policen anbieten.

Eine eindeutige Antwort auf die gestellte Frage „Bereit für die Zukunft?“ gibt es nicht und wird es wahrscheinlich nie geben. Wichtig ist der eigene Reifegrad und die Flexibilität gegenüber neuen Herausforderungen. Klar ist aktuell, dass für viele Financial Service Anbieter noch immenser Aufholbedarf im Bereich Digitalisierung besteht. Das wird beispielsweise gerade dann deutlich, wenn zur Schadenregulierung ein großer Teil des Schriftverkehrs noch immer analog stattfindet. Die vorgestellten Zahlen zeigen aber auch, dass Versicherungen und Banken auf einem guten Weg sind und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Einstellung teilen. Wichtig ist jetzt zu erkennen, in welchem Rahmen in digitale Technologien investiert werden muss: weil nicht nur Data Analytics, Geschäftsplattformen und digitale Assistenten wertschöpfend sind und einen Wettbewerbsvorteil bringen. Wie weit sind Sie?     

Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft wagen: Vielleicht wird es bald möglich sein, über seinen digitalen Assistenten Kontakt zu einer Versicherung oder Bank aufzunehmen. Dann könnte eine Info an den Sprachassistenten „Ok, Google. Was benötige ich, um meinen Schaden zu regulieren?“ ausreichen – und eine Telefonhotline mit langer Warteschleife würde der Vergangenheit angehören.


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