Echtzeitzahlung versus Kartenzahlung – Der Weg zu einem | NTT DATA

Mittwoch, 15. Mai 2019

Echtzeitzahlung versus Kartenzahlung – Der Weg zu einem „Miteinander“



Heute leben wir in einer Echtzeitwelt – an ein neues Zahlverfahren mit Echtzeitversprechen werden hohe Anforderungen gestellt. Was ist jedoch mit Kartenzahlungen? Ticken da die Uhren noch anders?

Erfahrungswerte aus unseren aktuellen Instant Payment-Kundenprojekten zeigen uns, dass es sehr unterschiedliche Interessen und Sichtweisen gibt. Dies haben wir zum Anlass genommen, das Thema aufzugreifen und mit Zahlungsverkehrsexperten der Branche zu diskutieren. 

Was erwartet der Handel von Echtzeitzahlungen?

Der Handel erwarte Schnelligkeit, geringere Kosten gegenüber Kartenzahlungen und das Ende des aus Sicht des Handels risikobehafteten Lastschriftverfahrens.

Echtzeitzahlung versus Kartenzahlung

… und warum?

Kartenzahlungen sind teuer. Insbesondere Kreditkartenzahlungen verursachen hohe Transaktionskosten, da der Händler hier für die Marketingaktionen der Kartenunternehmen zahlt, ohne selbst entsprechende Mehrwerte zu erhalten. Außerdem reiche ein zukünftiges Verbot der Interbanken-Entgelte nicht aus, die Gebührenordnungen der Kreditkarten-Organisationen sind nicht zu vernachlässigen und führen zu unverständlich hohen Kosten für den Handel. Der Handel bietet seinen Kunden komfortable Möglichkeiten des Bezahlens am Point of Sale, aber dafür wird er auch noch bestraft, denn bei unbaren Zahlungen muss der Händler oftmals auf sein Geld warten. Grund dafür sind die im Hintergrund laufenden Prozesse.“, sagt Ulrich Binnebößel, der Zahlungsverkehrsexperte vom Handelsverband Deutschland, HDE e.V.

Ulrich Binnebößel, Geschäftsführer HDE, Experte für Zahlungsverkehrsfragen beim Handelsverband Deutschland

Aber was sagen die Banken und deren Kunden dazu?

Kartenzahlungen sind unverzichtbar. Bei einer Vielzahl von Kunden genießen sie als Zahlungsmittel hohes Vertrauen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Kartenzahlung einfach, bequem und sicher ist und die geltenden Sicherheitsstandards höchsten Ansprüchen gerecht werden.

Kreditkarten sind international schon lange das favorisierte Zahlungsmittel, und auch in Deutschland steigen die Umsätze mit Kreditkarten im Handel deutlich an. In Deutschland sind Debitkarten (girocard) das beliebteste Zahlungsmittel und das Zugangsmedium für das Girokonto des Kunden. Mit der Akzeptanz von Debitkarten können Händler über die internationalen Brands, wie „Maestro und V PAY“, über die girocard-Zahlung hinaus auch internationale Kunden erreichen.

Alle sprechen von „contactless“! Wird die Kartenzahlung – vor allem die girocard – durch die NFC-Variante einen weiteren Aufschwung erleben und sich so weiterhin gegen Echtzeitzahlungen behaupten?

Im Februar veröffentlichte die EURO Kartensysteme GmbH die girocard-Jahreszahlen 2018: „Kontaktlos sorgt für Rekordwerte bei der girocard“. Die Umsätze mit der girocard lagen im gleichen Zeitraum mit 187,4 Mrd. Euro rund 15,1 Prozent über dem Wert von 2017. Der Hauptantrieb dieser Entwicklung sei das kontaktlose Bezahlen. Fast jede zehnte girocard-Transaktion war bereits kontaktlos.

Das schnelle und bequeme Vorhalten der Karte vor das Kassenterminal, insbesondere im Kleinbetragsbereich, macht die Kartenzahlung für Kunden deutlich attraktiver. Bedienbarkeit und Sicherheit sind beim kontaktlosen Bezahlen sehr gut. Sicherheit und Schnelligkeit sind für Händler wie für Kunden gleichermaßen entscheidend für die Wahl der Bezahlmethode.

… und welches Zahlungsmittel hat die Nase nun vorn und kann sich am Point of Sale positionieren?

Die girocard ist in ihren aktuellen Ausprägungen ein stark wachsendes Produkt. Deshalb ist es begrüßenswert, dass die deutschen Kreditinstitute bereits an einer in-App-Lösung mit der girocard arbeiten. Der große Vorteil dabei ist, dass Kunden und Händlern ein vertrautes Produkt zu attraktiven Konditionen an die Hand gegeben wird.

Wie wird sich nun die kreditwirtschaftliche girocard gegenüber der Echtzeitzahlungslösung des Handels positionieren? Wäre es nicht wünschenswert, die girocard mit einer Echtzeitlösung zu kombinieren?

„Die girocard ist und bleibt ‚praktisch überall willkommen‘, sie wird sehr bald instant-fähig und sogar ein entscheidender Faktor bei Instant Payment sein, denn alternative Lösungen müssen zwingend die Frage der Authentifikation klären; also die Frage, ob ein Kunde tatsächlich Zahlungen auslösen kann und darf.“, erklärt Matthias Hönisch vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken BVR.

Matthias Hönisch, Head of Card Business Unit, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken BVR

Die Experten von NTT DATA stehen mit den Kreditwirtschaftlichen Unternehmen, dem bitkom (Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche), sowie dem Handel im ständigen Austausch. Wir verknüpfen Fach- und Technologiekompetenz, analysieren und strukturieren Problemstellungen im Bereich Zahlungsverkehr, Karten und moderne Bezahlverfahren und bringen unsere langjährige Erfahrung in Projekte unserer Kunden ein. Erfahren Sie mehr in unserem nächsten Blog-Beitrag: Wir befragen Stefan Quermann, Head of Payments NTT DATA Deutschland, nach seiner Meinung zum Thema „Echtzeitzahlung versus Kartenzahlung“.




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