Open Banking: Eine neue Rolle für die Schweizer | NTT DATA

Dienstag, 22. Sep 2020

Open Banking: Eine neue Rolle für die Schweizer Finanzindustrie

Das Vertrauen der Kunden in die Schweizer Banken ist sprichwörtlich. Dieser über Jahrhunderte selbst erarbeitete Wettbewerbsvorteil generiert bis heute andauernde wachsende Mittelzuflüsse. Jetzt ist es an der Zeit, das Vertrauen zu erwidern und den Wunsch der Klientel nach mehr und schnellerer Kooperation in digitalen Ökosystemen zu erfüllen.

Open Banking lebt von Vertrauen

Schweizer Banken haben in Sachen Vertrauen und Stabilität einen großen Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt. In der brancheninternen Diskussion um Open Banking, nachzulesen unter anderem in der Blogparade der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), kommen diese Grundpfeiler von Open Banking jedoch häufig zu kurz. Statt der strategischen Geschäftschancen, die sich in Open Banking Ökosystemen aus dem Vertrauensvorsprung der Schweizer Finanzindustrie ergeben, stehen technische Aspekte für viele Akteure im Vordergrund. Dabei zeigen die Erfolge der Big Techs im Bereich der Zahlungsdienstleistungen, wie wichtig es ist, die Kunden in den Mittelpunkt des eigenen Handelns zu stellen. Technologisch und fachlich verfügen gerade die Schweizer Banken über die besten Voraussetzungen. Der Schweizer Gesetzgeber und die Bankenaufsicht legen mit zukunftsweisenden Regelungen, respektive deren Abwesenheit nahezu optimale Voraussetzungen für Open Banking und digitale Ökosysteme. Die „Auslegeordnung Open Banking“ der SBVg liefert darüber hinaus konkrete Anregungen und Hilfestellungen für den Aufbau erfolgreicher Open-Banking-Ökosysteme. Strategische Fragen und rechtliche Aspekte werden dabei ebenso behandelt wie die Entwicklung technischer Standards.

Open Banking Blogparade

Ein Aspekt, der im Zusammenhang mit Open Banking gar nicht genug gewürdigt werden kann, ist die wachsende Bedeutung des Vertrauens für den Erfolg von digitalen Ökosystemen. Damit ist nicht nur das Vertrauen in den Finanzstandort Schweiz gemeint. Nur wenn alle Beteiligten an einer Plattform und den darauf getätigten Transaktionen einander vertrauen können, werden Open-Banking-Ökosysteme erfolgreich sein. Das gilt auch und gerade für die branchenübergreifenden Business-Ökosysteme, die Fabian Lehner, Produktmanager einer Bank und Head of FinTech Connector Switzerland, in seinem Beitrag zur Blogparade Open Banking beschreibt. Die Open Banking-Community spricht hier deshalb von Trusted Economic Agents, die in einem Trusted Execution Environment die Geschäftstransaktionen von morgen abwickeln.

Banken in einer neuen Rolle

Zugegeben, die Begriffe mögen auf den ersten Blick etwas außergewöhnlich erscheinen. Aber genau darum geht es: Innovative Geschäftsmodelle zu schaffen, in denen – nicht nur Schweizer – Banken eine völlig neue Rolle übernehmen. Nämlich die des Trusted Blended Advisors, der seine Kunden nicht nur in Finanzfragen berät, sondern ihnen komplett neue Geschäftsfelder erschließt und dafür in Kooperation mit vertrauenswürdigen Partnern ein breites Portfolio unterschiedlichster Leistungen anbietet. Technologische Entwicklungen wie Smart Home und andere Anwendungen des Internet of Things (IoT) bieten dazu reichlich Gelegenheit, werden jedoch – außer von Fabian Lehner – viel zu wenig in die Diskussion einbezogen. Dabei könnten die Schweizer Banken auch hier punkten. Gerade in der aktuellen Situation erleben wir ein steigendes globales Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität – auch in der digitalen Welt. Zu Recht betont Sven Siat, Head Connectivity bei SIX, in seinem Beitrag „Ist Ihre Bank bereit für Open Banking?“ Sicherheit und Vertrauen als Grundvoraussetzungen für Open Banking. Er verweist besonders auf den Schutz sensibler Daten.

Größer denken!

Wichtig in diesem Zusammenhang: Swiss Made ist ein Markenversprechen, von dem die Schweizer Banken am Weltmarkt profitieren können – wenn es ihnen gelingt, attraktive, weil einfach zu nutzende Open-Banking-Plattformen rechtzeitig zu platzieren. Ein wichtiger Schritt könnte darin bestehen, Plattformen wie b.link künftig als branchenbezogenen „service public“ verfügbar zu machen, wie Jürgen Petry aus dem CEO-Stab von Raiffeisen Schweiz in seinem Artikel „Open Banking ein Thema nimmt Fahrt auf ...“ schreibt. Könnte man den hier genannten branchenbezogenen Ansatz nicht auch cross-Industry erweitern? Wie schon in der Auslegeordnung festgestellt, ist Open Banking mehr als die Digitalisierung von Finanzdienstleistungen. Schweizer Banken dürfen größer denken!

 

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