Sustainability Heroes bei NTT DATA: Monika Guida und das Stadttaubenprojekt Frankfurt | NTT DATA

Do, 25 Juni 2026

Sustainability Heroes bei NTT DATA: Monika Guida über ihr Engagement beim Stadttaubenprojekt Frankfurt e. V.

In unserer Reihe „Sustainability Heroes“ stellen wir Kolleg:innen vor, die sich sozial engagieren. Monika Guida aus dem Workplace-Team bei NTT DATA, Inc. setzt sich ehrenamtlich für den Schutz von Stadttauben ein. Mit ihrem Einsatz beim Stadttaubenprojekt Frankfurt e. V. leistet sie einen wichtigen Beitrag zu mehr Tierwohl und Aufklärung. Im Interview erzählt sie, wie sie zu diesem besonderen Ehrenamt gekommen ist und warum ihr die oft missverstandenen Tiere so am Herzen liegen.

Was machst du bei NTT DATA, Inc.?

Ich arbeite im Workplace-Team und bin für den Standort Bad Homburg zuständig. Seit meinem Einstieg im Juli 2001 – damals im Sales Support und Marketing – konnte ich viele unterschiedliche

Bereiche kennenlernen. Die Dynamik und Internationalität des Unternehmens schätze und genieße ich bis heute.

Du setzt dich für Stadttauben ein. Erzähle uns mehr.  

Lange Zeit hatte ich kein besonderes Verhältnis zu Tauben. Wie viele andere bin ich mit dem Bild der „fliegenden Ratten“ aufgewachsen. Erst später habe ich verstanden: Stadttauben sind verwilderte Haustiere, die seit Jahrtausenden eng mit uns Menschen leben und auf unsere Hilfe angewiesen sind. Sie sind standorttreu, erstaunlich intelligent, erkennen Gesichter und leben monogam in festen Partnerschaften. Gleichzeitig leiden viele von ihnen – oft unsichtbar, zum Beispiel durch Fütterungsverbote.

Was mich besonders bewegt: Wir Menschen haben Tauben über Generationen gezüchtet und genutzt – als Boten, Nahrungsquelle oder Symbol für Frieden – und sie dann sich selbst überlassen. Deshalb sehe ich uns auch in der Verantwortung, besser mit ihnen umzugehen.

Es gibt bewährte Lösungen wie das Augsburger Modell mit betreuten Taubenhäusern und Eiertausch. Diese Ansätze verbinden Tierwohl und Populationskontrolle sinnvoll. Genau dafür möchte ich sensibilisieren – und dafür, Tauben als das zu sehen, was sie sind: bemerkenswerte, fühlende Lebewesen, die unseren Respekt verdienen.

Wann und warum hast du mit deinem Engagement begonnen?

Im ersten Lockdown 2020 habe ich einen Artikel über die Hungersnot der Stadttauben gelesen. Das war für mich ein Wendepunkt und ich begann, mich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mir wurde klar, wie abhängig diese Tiere von uns sind. Ohne Menschen in den Innenstädten fehlen Nahrungsquellen für die Vögel. Gleichzeitig ernähren sich viele Tauben von ungeeignetem Abfall wie Dönerresten, Pommes und Brot, was zu Krankheiten, großem Leid und Hungerkot führt. Dies verstärkt wiederum Konflikte mit Anwohner:innen, die sich von den bettelnden Tieren und Verschmutzungen gestört fühlen.

Zur gleichen Zeit wurden in Frankfurt zwei betreute Taubenhäuser geschlossen. Dadurch verloren rund 600 Vögel vor dem Winter ihr Obdach. Das war für mich der Auslöser, aktiv zu werden. 

Ich trat in Kontakt mit den lokalen Taubenschützern und habe versucht, über Presse und Nachbarschaftsportale auf die Situation aufmerksam zu machen – leider ohne Erfolg. Kurz darauf begann ich mein ehrenamtliches Engagement in einem Frankfurter Gnadenhof für verletzte und kranke Stadttauben. Dort half ich jeden Sonntag bei der Versorgung von rund 800 Tieren und dem

Säubern der Volieren. Außerdem unterstützte ich den Eiertausch, bei dem echte Eier durch Gipseier ersetzt werden, um weiteres Tierleid und unkontrollierte Vermehrung zu verhindern. Oft finden solche Einsätze unter schwierigen Bedingungen statt – etwa an Autobahnbrücken, in verlassenen Gebäuden oder Bahnhof-Zwischenschächten.

Die Zusammenarbeit zwischen Taubenschützer:innen und Kommunen ist wichtig. Ein Beispiel: An einer Autobahnbrücke wurden durch ein neu angebrachtes Metallgitter Dutzende Tauben eingeschlossen. Ohne schnelle Hilfsmaßnahmen hätten die Tiere nicht überlebt. Solche Situationen zeigen, wie wichtig abgestimmte Lösungen sind.

Was planst du in Zukunft?

Ich möchte mich weiterhin für Tauben und ein besseres Verständnis für die Tiere einsetzen. Besonders wichtig ist mir mehr Aufklärungsarbeit, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Ich habe in den letzten Jahren eine positive Veränderung wahrgenommen: Immer mehr Menschen hinterfragen das negative Bild von Stadttauben und setzen sich differenziert mit dem Thema auseinander.  

Nimmst du aus deinem Engagement Dinge mit, die du in deinem Arbeitsalltag einbringst?

Auf jeden Fall. Die Gespräche mit meinen Kolleg:innen – auch im Rahmen unserer Sustainability Community – zeigen mir immer wieder, wie wertvoll und bereichernd Volunteering ist. 

Es gibt viele gesellschaftlich relevante Themen, bei denen wir als NTT DATA, Inc.-Team gemeinsam einen positiven Beitrag leisten – von Baumpflanzaktionen bis hin zu Charity-Initiativen wie dem Geschenke-Regen. Manche Projekte haben sich von einer privaten Initiative zu einer weltweiten Aktion im gesamten Konzern entwickelt, wie etwa der jährliche Cleanup Day.

Gibt es sonst noch etwas, das du loswerden willst?

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen Stadttauben mit offenen Augen begegnen. Wenn ihr verletzte Tauben seht, schaut bitte nicht weg – lokale Taubenhilfen können oft schnell helfen.

Mein Engagement hat meinen Blick auf Tiere und den Tierschutz nachhaltig geprägt. Ich habe großen Respekt vor Menschen entwickelt, die sich für Tiere einsetzen, die oft übersehen oder abgelehnt werden. Ganz nach dem Motto: „love the unloved“.


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